Einnahmen erhöhen: Mehr verdienen ist kein Zufall
Teil 5 der Serie: PFP – Persönliche Finanz-Planung
Ich hab mir für mein erstes Vorstellungsgespräch als Nebenjobber richtig Mühe gegeben. Nadelstreifen-Zweiteiler. Frisch gebügelt. Ich dachte, das ist ein edler Job im Musicaltheater, da geht man ordentlich hin. Im Gespräch saß ich dann in einer Runde mit mehreren Bewerbern. Die einstellende Person trug einen schlabberigen Rollkragen. Und einer der Mitbewerber? Jogginghose.
Am Ende hat jeder von uns ein Vertragsangebot bekommen. Auch der Typ in der Jogginghose. Ich hab dann jahrelang in diesem Nebenjob Getränke ausgeschenkt und Pausen vorbereitet. Und ich hab es geliebt. Weil ich Musicals liebe. Bezahltes Hobby – das ist das Geheimnis eines guten Nebenjobs. Das Extra-Geld ist in Urlaube geflossen, weil man sich ja auch mal was gönnen darf für den Fleiß und in ein Sparkonto. Das Eigenkapital für meine erste eigene Wohnung hab ich mir so nebenbei zusätzlich zusammengespart.

Fun Fact am Rande: Nach ein paar Jahren war ich mal zur Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung. Dank des Nebenjobs hatte ich mehr Rentenpunkte gesammelt als ohne – obwohl ich der Einzahlung bzw. dem Abzug von Sozialversicherung von meinem Gehalt widersprochen hatte. Der Arbeitgeber zahlt trotzdem seinen Anteil. Ein kleiner, netter Bonus, mit dem ich damals gar nicht gerechnet hatte.
Das alles sage ich dir, weil viele Menschen ihr Einkommen behandeln wie das Wetter. Ist halt so. War so ausgeschrieben. Chef gibt mir eh nicht mehr. Dabei ist dein Einkommen eine der wenigen Stellschrauben in deinem Leben, die du tatsächlich aktiv beeinflussen kannst, wenn du bereit bist es anzugehen.
Mehr verdienen hat viele Gesichter
Was funktioniert, hängt von deiner Lebenssituation, deinen Fähigkeiten und deiner Energie ab. Hier sind die Wege, die ich selbst gegangen bin oder für besonders wirkungsvoll halte:
Gehaltsverhandlung
Der schnellste Hebel für Angestellte. Du bist schon da, du kennst den Job, du bringst Leistung. Und trotzdem fragen die wenigsten nach mehr. Nicht weil sie es nicht verdienen – sondern weil sie sich nicht trauen. Gerade Frauen halten sich hier oft klein, warten darauf entdeckt zu werden oder haben Angst, unangenehm aufzufallen. Dazu werde ich noch einen separaten Artikel schreiben, es ist ein echt großes Thema. Fakt ist: Niemand kommt zu dir und bietet dir freiwillig mehr. Du musst fragen. Immer. Du bekommst sowieso schon jährlich eine Erhöhung? Wenn alle anderen das auch bekommen, liegt es nicht an deiner super Leistung. Diese besonders zu vergüten solltest du trotzdem versuchen zu verhandeln.
Jobwechsel
Manchmal ist die Decke im aktuellen Job einfach erreicht. Ein Wechsel kann das Gehalt in einem Schritt deutlich anheben, was Jahre an internen Verhandlungen nie geschafft hätten. Das ist kein Verrat am Arbeitgeber – das ist Eigenverantwortung.
Weiterbildung
Das war für mich persönlich der größte Hebel. Wer mehr kann, kann mehr verlangen – und hat bessere Argumente in jeder Verhandlung. Eine gezielte Weiterbildung zahlt sich in den meisten Fällen schnell aus.
Nebenjob – aber bitte mit Spaß
Ein Nebenjob funktioniert langfristig nur, wenn er dir nicht den letzten Nerv raubt. Wenn du abends oder am Wochenende noch arbeitest, muss da zumindest ein bisschen Freude dabei sein. Bezahltes Hobby ist das Stichwort. Was magst du? Was kannst du? Was würdest du vielleicht sogar umsonst tun?
Nebenjobs müssen übrigens nicht groß sein. Einzelne Konzerte, wo man Bier ausschenkt. Wahlhelfer bei offiziellen Wahlen. Saisonarbeit. Kleine Gelegenheiten, die zusammengenommen echtes Geld ergeben. In meinem Fall zahlt ein Nebenjob bei Konzerten sogar noch auf meine Lebensziele ein.
Side-Business
Ein eigenes kleines Business aufbauen: Beratung, Handwerk, eine Dienstleistung, was auch immer deine Stärken sind. Das braucht Zeit, bis es läuft, aber es hat keinen fixen Einkommensdeckel. Vielleicht bist du kreativ, künstlerisch, analytisch, strukturiert, eine gute Planerin oder du kannst etwas besonders gut, was andere brauchen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Investieren und passives Einkommen
Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen. Das setzt voraus, dass du erst Kapital aufgebaut hast. Aber irgendwann fängt das Geld an, für dich zu arbeiten. Das ist kein schneller Weg, aber ein sehr lohnender.
Was ich dir nicht empfehle
Es gibt Wege zur Einkommenssteigerung, bei denen du erst investieren musst, bevor du auch nur einen Cent zurückbekommst und bei denen es keine Garantie gibt, ob du das jemals siehst.
Konkret meine ich zum Beispiel:
- Im späteren Leben nochmal ein komplettes Studium beginnen, nur wegen des theoretischen Gehaltsbonus danach
- Teure Franchise-Modelle, bei denen du erst viel Geld einzahlst
- Network-Marketing-Strukturen, bei denen du Produkte kaufen und verkaufen musst, bevor du verdienst
- Sämtliche schnell reich werden Modelle, die so im Internet kursieren
Das soll keine Pauschalverurteilung sein. Aber bevor du Geld ausgibst um Geld zu verdienen, stell dir ehrlich die Frage: Wann amortisiert sich das und was passiert, wenn es nicht klappt?
Selbstständig oder angestellt – macht das einen Unterschied?
Ja und nein. Die Grundprinzipien gelten für beide: Wer mehr verdienen will, muss aktiv werden, Fähigkeiten entwickeln und sich nicht kleiner machen als er ist. Der Unterschied liegt im Wie: Als Angestellte verhandelst du mit einem Arbeitgeber. Als Selbstständige setzt du deine Preise und erhöhst sie in Verhandlung mit den Kunden. Beides erfordert Mut. Beides ist machbar. Und in beiden Fällen gilt: Du musst es tun. Niemand kommt von alleine.
Wie kommst du jetzt ins TUN?
Stell dir die Fagen:
- Welchen Weg zur Einkommenssteigerung habe ich bisher noch nicht ernsthaft ausprobiert?
- Gehaltsverhandlung? Weiterbildung? Ein kleiner Nebenjob, der Spaß macht? Schreib es auf.
- Und dann: einen konkreten nächsten Schritt. Nicht „ich überleg mal“. Sondern: Bis wann machst du was?
Wenn du dabei Unterstützung brauchst oder einfach jemanden zum Sparring: Schreib mir oder melde dich im Newsletter an. Genau dafür bin ich da.
Hinweis: Alles, was ich in dieser Blogserie teile, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und meinem selbst angeeigneten Wissen. Ich bin keine Finanzberaterin und gebe keine Anlageempfehlungen. Jede finanzielle Entscheidung liegt in deiner eigenen Verantwortung. Im Zweifel hol dir professionelle Beratung.
