James – Wieso ich einen eigenen KI-Bot gebaut habe

Vor ein paar Wochen saß ich abends am Handy und hab zum gefühlt hundertsten Mal eine Aufgabe in Google Tasks eingetragen, während ich parallel versucht hab, mir einen Termin zu merken, ein meine dusseligen Screenshots und Memes sortieren und nebenbei meine Finanztabelle zu aktualisieren. Und irgendwann dachte ich mir nur: Das kann doch nicht sein, dass ich für jeden einzelnen kleinen Kram fünf verschiedene Apps aufmachen muss und das nicht automatisch geht.

Ich wollte keinen weiteren Kalender. Keine weitere To-Do-App. Ich wollte jemanden, dem ich einfach schreiben kann wie einem Menschen und der den Rest erledigt. Also hab ich mir meinen eigenen KI-Assistenten gebaut. Er heißt James.

Seit ein paar Wochen läuft er jetzt bei mir im Alltag mit und ich feiere ihn.

Wie kam ich auf die Idee?

Ich bin ein Mensch, der ständig Dinge im Kopf jongliert. Fotografie-Anfragen, Termine, private To-Dos, meine Finanzen, Notizen zu allem Möglichen. Schließlich will ich ja Ziele erreichen und bestenfalls alle gleichzeitig. Ohne Zeit mit sortieren von Unterlagen zu verschwenden oder selbst von Hand Dinge einzutippen, die ich mir merken muss. Und ich hab schlicht keine Lust mehr gehabt, zehn Apps zu bedienen und in jeder einzelnen manuell herumzuklicken.

Was mir dabei besonders wichtig war: Meine Daten sollen bei mir bleiben. Nicht irgendwo bei einem Drittanbieter landen, den ich nicht kenne. Deshalb läuft James komplett auf meinem eigenen Server. Keine bezahlten Fremd-Dienste für alles, was sensibel ist. Das war mir kein netter Bonus, sondern eine Grundvoraussetzung.

Was kann mein KI-Bot?

Ich schreib ihm über Telegram: Per Text, Sprachnachricht oder auch einfach ein Foto, das er direkt versteht und interpretiert. Er merkt sich, worüber wir im Chat gerade gesprochen haben, sodass ich nicht bei jeder Nachricht wieder bei null anfangen muss.

Aufgaben und Termine. James legt mir neue Aufgaben in meinen Google-Listen an, ruft ab, was offen oder erledigt ist, und hakt Dinge für mich ab. Genauso bei Terminen: Er trägt sie in meinen Kalender ein, durchsucht vorher, ob es den Termin nicht schon gibt, und ergänzt oder korrigiert bestehende Einträge. Wenn er die Uhrzeit einer Veranstaltung nicht kennt, recherchiert er selbstständig im Web, über eine selbstgehostete Suche, ohne dass meine Daten an Dritte gehen. Löschen kann er übrigens nirgends etwas. Bewusst so eingerichtet.

Meine Finanzen. Das ist der Teil, der mir am meisten Zeit spart. Ich schick James einen Screenshot von meinem Depot oder Konto und er trägt die Werte in meine private Finanztabelle ein – gleicht aber vorher Namen und Kürzel ab, damit keine Tippfehler oder doppelten Bezeichnungen entstehen. Und auf Zuruf baut er mir sogar ein Liniendiagramm aus meinen Jahresdaten: Schulden in Rot, Gesamtvermögen in Gelb, Guthaben in Grün. Wenn ich will, sogar mit Mehrjahresprognose. Das kommt dann fix und fertig als Bild direkt zu mir aufs Handy.

Mein Postfach. Newsletter landen bei mir in einem eigenen Gmail-Postfach und einmal die Woche schickt James mir eine Zusammenfassung an meine „echte“ Mailadresse. Zu jeder Mail gibt’s einen Button in Telegram, mit dem ich sie direkt in ein Ordnersystem einsortieren lassen kann.

Notizen. Wenn ich ihm was zu einer Person oder einem Thema schreibe, legt er eine strukturierte Notiz an (fette Überschrift, Inhalt drunter). Und wenn zu dieser Quelle schon eine Notiz existiert, ergänzt er sie einfach, statt eine zweite Überschrift für dasselbe Thema anzulegen. Klingt banal, spart mir aber ständig das mühsame Zusammensuchen von verstreuten Infos.

Meine Bilder. Und dann ist da noch mein Bilder-Ordner, der über Syncthing mit meinem PC verbunden ist. James sortiert die Bilder da drin automatisch monatlich oder wenn ich ihn drum bitte. in die passenden Kategorien, sogar mit Unterordnern für einzelne Comic-Künstler. Ja, ich hab ein Faible für coole Comics… Bei Zitatbildern speichert er den Text gleich mit ab, auf der Notizen Doc wie oben schon erwähnt. Und wenn er sich mal nicht sicher ist? Dann landet das Bild unangetastet in einem Extra-Ordner zur manuellen Prüfung, statt dass er einfach drauflos rät. Neue Kategorien erfindet er sich auch nicht selbst aus, das entscheide ich.

Das Beste: Er lernt mit

Was mich am meisten überzeugt hat, ist ein Feature, das eigentlich unsichtbar im Hintergrund läuft: James merkt sich dauerhaft, wenn ich ihn korrigiere oder wenn ich ihm sage, dass er etwas Ungewöhnliches genau so machen soll. Und dann wendet er das nicht nur an der Stelle an, wo ich es ihm gesagt hab – sondern überall, wo es passt. Ich muss ihm also nicht jede Woche dasselbe fünfmal erklären.

Was noch fehlt

James kann aktuell nichts löschen. Das ist Absicht, kein Bug. Ich will kein Tool, das mir aus Versehen einen Termin oder eine Notiz wegräumt, während ich schlafe. Ob und wie sich das mal ändert, weiß ich noch nicht. Vielleicht muss ich da noch mehr Trainingsarbeit reinstecken und prüfen, bis er wirklich zu 100% fehlerfrei ist.

Ansonsten wird er stetig weiterwachsen. Ich merke jede Woche neue Stellen im Alltag, wo ich mir denke: Das könnte er doch auch übernehmen. Als Nächstes will ich schauen, ob er meine Webseite über den Server hosten kann, damit ich auch ohne den PC hochzufahren deine Kommentare zu meinen Blogbeiträgen sehen, freigeben und beantworten kann. Außerdem will ich ihm noch mehr rund um meine Zielerreichungs-Themen beibringen, um noch besser auf Track zu bleiben.

Was könnte James dir abnehmen?

Du musst dir jetzt nicht sofort einen eigenen KI-Assistenten bauen. Aber frag dich mal ehrlich: Wo im Alltag verschwendest du gerade Zeit und Energie, weil du zwischen fünf Apps hin- und herspringst?

Vielleicht ist die Antwort für dich kein James. Vielleicht reicht dir schon eine simple Automatisierung oder einfach eine Liste, die du konsequent führst. Wichtig ist nur: Guck genau hin, wo dein Alltag gerade unnötig kompliziert ist und dann verändere genau diesen einen Punkt. Zeit die du von Bullshit-Tätigkeiten wegnehmen kannst, ist Zeit, die du deinen Zielen widmen kannst!

Schreib mir gerne, wenn du dabei Hilfe brauchst oder auch gern, wenn du mehr über James erfahren willst. Ich dir gerne, mit deinen Zielen schneller voran zu kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen