Sparen mit Ziel

Sparen mit Ziel: Wofür sparst du überhaupt?

Teil 6 der Serie: PFP – Persönliche Finanz-Planung

„Ich will mehr sparen.“ Schön. Aber wofür? „Na, für später halt.“

Später ist kein Ziel. Später ist ein Parkplatz für Unsicherheit. Und auf diesem Parkplatz steht das Geld dann rum, bis es irgendwann für irgendetwas ausgegeben wird. Meistens für Dinge, die du dir hinterher nicht mal mehr genau erinnern kannst.

Sparen funktioniert. Aber nur, wenn dahinter ein echtes Warum steckt.

Mein Warum: Eine Million Euro

Ich sag’s dir direkt: Mein Sparziel ist eine Million Euro.

Ich will keine Yacht und keinen Ferrari. Hauptsächlich will ich Freiheit. Die Freiheit, zu tun und zu lassen, was ich will, ohne auf ein Gehalt oder andere Menschen angewiesen zu sein.

Eine Million Euro wirft sinnvoll investiert genug Ausschüttungen ab, die meinen Lebensstil finanzieren können ohne dass ich die Substanz angreife. Das Geld arbeitet. Ich entscheide, was ich mit meiner Zeit mache.

Das klingt groß und unerreichbar. Groß stimmt, unerreichbar ist es aber nicht. Für mich ist ein Ziel zu haben der Unterschied zwischen einem Traum und einem Plan.

Du musst keine Million wollen. Vielleicht willst du 10 Millionen 🤪 oder nur eine halbe? Egal wie viel, du brauchst dein eigenes Warum. Eine eigene Wohnung. Finanzielle Unabhängigkeit. Eine bestimmte Reise. Früher in Rente gehen. Was auch immer es ist, es muss sich für dich richtig anfühlen.

Island und was ein Sparziel wirklich bewirkt

Ich wollte schon immer nach Island. Nordlichter, Wasserfälle, diese unwirkliche Landschaft. Aber Island ist nicht billig. Mit Flug, Unterkunft, Mietwagen summiert es sich schnell. Und dann erst das Essen vor Ort. Ich dachte ich seh nicht richtig! Umgerechnet 20 Euro für einen verdammten Hotdog an einem Streetfood-Stand!

Also hab ich dafür gespart. Einen eigenen Topf angelegt, jeden Monat etwas reingetan, das Ziel vor Augen gehalten.

Und weißt du, was passiert, wenn du weißt wofür du sparst? Du hörst auf, das Sparen als Verzicht zu empfinden. Es wird zur Vorfreude. Jede Überweisung auf dieses Konto war ein kleiner Schritt in Richtung Island. Das motiviert anders als „ich spar halt mal so“. Jetzt spare ich wieder – für eine Karibikreise.

Wie ich mein Sparen organisiere

Ich habe nicht ein Sparkonto, auf dem alles wild durcheinander liegt. Ich habe ein System:

Sparkonto 1: Notgroschen Den kennen wir schon aus Teil 3. Unangetastet, bei einer anderen Bank, für echte Notfälle.

Sparkonto 2: Urlaub und größere Wünsche Hier landet alles, was ich mir irgendwann gönnen will. Reisen, teurere Anschaffungen, besondere Erlebnisse. Dieses Geld ist zum Ausgeben gedacht, aber bewusst und geplant ausgeben, nicht impulsiv.

Depot: Langfristiger Vermögensaufbau Das ist die größte Summe. Hier landet alles, was niemals mehr angefasst wird. Nicht für den nächsten Urlaub, nicht für eine spontane Idee. Das Depot ist für das große Ziel, die finanzielle Freiheit

Pay yourself first

Das Prinzip klingt simpel und ist es auch: Direkt nach Geldeingang geht die Sparrate weg. Wenn du darauf wartest, dass am Monatsende etwas übrig bleibt, bleibt nichts übrig. Gib dir deiner Zukunft zuerst das Geld, sofort nach dem Geldeingang und zwar bevor du auch nur einen Cent anderweitig ausgibst.

Ich spare feste Beträge. Wie viel das in Prozent meines Einkommens ist, weiß ich durch meine Excel-Übersicht. (Blogbeitrag dazu folgt noch. Abonniere gerne den Newsletter, damit du die neuen Beiträge nicht verpasst). Feste Beträge haben einen Vorteil gegenüber Prozentsätzen: Sie laufen auch dann, wenn du gerade nicht darüber nachdenkst. Der Dauerauftrag macht das für dich. Und du hast eine Hemmschwelle den Dauerauftrag zu beenden. Ist ja mehr Aufwand, als es einfach weiter laufen zu lassen.

Was übrig bleibt, ist dein Budget für den Monat. Damit wirtschaftest du, wie in Teil 4 besprochen.

Ab wann ist Sparen zu viel?

Wenn du dabei dein Leben verpasst.

Das klingt flapsig, aber ich meine es ernst. Ich spare viel. Gleichzeitig lebe ich viel. Reisen, Konzerte, Events, das gehört für mich dazu und wird nicht weggespart, wie wir in Teil 4 schon besprochen haben.

Sparen darf kein Selbstzweck werden. Wer jeden Euro mit schlechtem Gewissen ausgibt und in ständiger Angst lebt, nicht genug zurückzulegen, hat keine finanzielle Freiheit sondern finanziellen Stress in eine andere Richtung verschoben.

Setz dir ein Spaßbudget. Einen Betrag, den du jeden Monat komplett und ohne schlechtes Gewissen ausgeben kannst. Für Dinge, die dir Freude machen. Wenn dieses Budget aufgebraucht ist, ist es aufgebraucht und das ist völlig in Ordnung. Kein Nachschießen, aber auch kein Grübeln über die Frage, welche Aktivitäten du noch machen kannst und ob auswärts essen drin ist oder lieber gemeinsam Kochen zuhause.

Sparen bedeutet bewusst zu entscheiden welche Dinge deine für Geld verdienen aufgewendete Lebenszeit wert sind, nicht auf alles verzichten.

Wie kommst du jetzt ins TUN?

Zwei Schritte für heute:

Schritt 1: Schreib dein Sparziel auf. Konkret. Mit Betrag und Datum. Nicht „ich will mal mehr sparen“ – sondern „ich möchte bis [Datum] X Euro für [Zweck] gespart haben.“

Schritt 2: Richte einen Dauerauftrag ein. Direkt nach Gehaltseingang, auf ein separates Konto. Auch wenn es erstmal nur 30 Euro im Monat sind. Der Betrag ist weniger wichtig als die Gewohnheit. Und der Betrag lässt sich jederzeit erhöhen.

Und wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst oder wie viel realistisch ist: Schreib mir oder melde dich im Newsletter an. Darüber rede ich sehr gerne.


Hinweis: Alles, was ich in dieser Blogserie teile, basiert auf meinen eigenen Erfahrungen und meinem selbst angeeigneten Wissen. Ich bin keine Finanzberaterin und gebe keine Anlageempfehlungen. Jede finanzielle Entscheidung liegt in deiner eigenen Verantwortung. Im Zweifel hol dir professionelle Beratung.

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