Wie man Dank Vorträgen über sich hinauswachsen kann

Auf diesem Blog geht es um Fotografie, um Ziele und um Finanzen. Dass ich auch Vorträge halte, taucht bislang wenig auf. Ist auch eher eine Nebenerscheinung. Aber eine, die mir erstaunlich viel über mich beigebracht hat. Fast so viel wie meine Kamera.

Und es fängt mit einer Zeitung an.

Das schüchterne Mädchen und die Zeitung

Mein erster Auftritt war gleich ein internationaler Speaker Slam. Ohne Aufwärmrunde, ohne kleines Probe-Publikum im Wohnzimmer. Direkt Bühne, direkt Mikrofon, direkt live auf YouTube gestreamt. Also genau richtig für das „Erste Mal“. Wenn du DAS kannst, kannst du es auch vor 10 Leuten im kleinen Kreis ohne Öffentlichkeit und Kamera.

Mein erster Auftritt war gleich ein internationaler Speaker Slam. Ohne Aufwärmrunde, ohne kleines Probe-Publikum im Wohnzimmer. Direkt Bühne, direkt Mikrofon, direkt live auf YouTube gestreamt. Also genau richtig für das „Erste Mal“. Wenn du DAS kannst, kannst du es auch vor 10 Leuten im kleinen Kreis ohne Öffentlichkeit und Kamera.

Und dann stand ich auch noch in der Zeitung. Mit Bild und Text.

Die beste Reaktion kam aber nicht von mir. Meine frühere Sportlehrerin hat meine Mama bei Einkaufen darauf angesprochen. Sie hätte nie gedacht, dass ausgerechnet ich, dieses schüchterne kleine Mädchen von damals, mal auf einer Bühne stehen und eine Rede halten würde.

Ehrlich gesagt hätte ich das damals auch nicht gedacht.

Das ist die erste Sache, die ich über mich gelernt habe: Wer du mit zwölf warst, ist nicht der Mensch, der du für immer bleiben musst. Schüchtern zu sein ist kein Charakterurteil, sondern ein Zwischenstand. Du kannst ALLES lernen. ALLES.

Ich plane alles. Nur die Rede nicht.

Meine Finanzen, meine Zeit, meine Ziele: Ich plane alles. Und trotzdem habe ich irgendwann gemerkt, dass ich bei Vorträgen nicht jeden Satz vorher festzurren muss. Ich habe eine Struktur im Kopf, ich weiß, wo ich hin will, und den Weg dahin finde ich unterwegs.

Das kenne ich schon vom Fotografieren. Die besten Bilder entstehen nicht, wenn alles durchinszeniert ist.

Perfektionistin bin ich trotzdem. Nach einem Vortrag gehe ich innerlich nochmal alles durch und überlege, was besser hätte laufen können. Das Gute: Ich bin da inzwischen deutlich milder mit mir als früher.

Es kann nichts schief gehen

Das ist mein liebster Gedanke, wenn die Nervosität kommt: Keiner im Publikum weiß, was ich eigentlich sagen wollte.

Wenn ich etwas vergesse, merkt es niemand. Wenn ich etwas hinzufüge, das nicht geplant war, merkt es auch niemand. Die Leute hören genau das, was ich sage, und nicht das, was ich im Kopf hatte. Es gibt gar keinen Vergleich, an dem ich scheitern könnte. Die Zuhörer wissen nicht, ob mein eigentlicher Plan besser oder schlechter gewesen wäre, als das, was sie erlebt haben.

Seit ich das verinnerlicht habe, ist das Rampenlicht ein viel entspannterer Ort. Klingt simpel, hat bei mir aber Jahre gedauert.

Und weißt du, was mir am meisten geholfen hat? Der Klimaspaziergang. Da stehe ich regelmäßig vor einer Gruppe, rede und beantworte Fragen, mitten auf der Straße, ohne Podest und ohne Technik. Dadurch ist Reden vor anderen für mich völlig normal geworden. Heute ist es das Gegenteil von dem schüchternen Mädchen von damals. Es macht Spaß Wissen zu teilen und Menschen zum Nachdenken zu bringen.

Was Augen im Publikum verraten

Ich fotografiere seit Jahren am liebsten Augen. Bei Tieren das Auge, bei Menschen die zugehörigen Lachfalten. Auf der Bühne sehe ich plötzlich ganz viele davon auf einmal.

Und sie lügen genauso wenig wie beim Shooting. Ich sehe, wer skeptisch schaut und wer nickt. Ich sehe, wer sich gerade ertappt fühlt und wer eigentlich schon mit den Gedanken beim Mittagessen ist. Manchmal sehe ich auch dieses kleine Aufleuchten, wenn bei jemandem etwas Klick macht.

Dadurch spreche ich gar nicht mehr zu „dem Publikum“. Ich spreche zu einzelnen Menschen. Genau wie ich fotografiere: Nie eine Zielgruppe im Gesamten, immer jemanden ganz persönlich.

Und besonders schön ist es, wenn im Nachgang jemand zu mir kommt, Kontakt aufnimmt oder in anderer Form Feedback gibt. Ich freue mich immer wieder, wenn Menschen zum Nachdenken kommen. Denken ist Weiterentwicklung und wir alle haben noch so viel zu lernen. Es ist toll, andere dabei zu unterstützen – egal ob mit großen oder kleinen Impulsen.

Worüber ich eigentlich rede

Ein festes Thema habe ich nicht, dafür gibt es viel zu viele, die mir am Herzen liegen. Ziele setzen und erreichen. Bildergeschichten. Reisegeschichten. Klimawandel. Frauenrechte. Finanzen.

Das ist im Grunde dieser Blog in Sprechform. Und es zeigt mir auch, dass ich nicht in eine einzige Schublade passe. Und das ist völlig okay so.

Was ich dir mitgeben will

Die Aufmerksamkeit der Zuhörer hat mir gezeigt, dass ich mehr kann, als ich mir früher zugetraut habe. Dass man sich nicht vorher entscheiden muss, wer man ist. Und dass Fehler vor Publikum meistens nur in der eigenen Wahrnehmung existieren.

Wenn du gerade vor etwas stehst, bei dem du denkst “Das bin ich nicht”, dann erinnere dich an das schüchterne kleine Mädchen, das plötzlich in der Zeitung stand. Und dann mach den ersten Schritt. Denn Erfolg kommt vom TUN. Hätte ich gewusst, was daraus werden kann, hätte ich schon viel früher den Mut gefasst und angefangen.

Wenn du für dein Event, deinen Verein oder dein Team einen Vortrag suchst, bei dem die Leute nicht nur zuhören, sondern danach wirklich etwas anpacken, dann weißt du jetzt, wer da vorne stehen könnte.

Hier kannst du einen Vortrag mit mir anfragen

Ich bin neugierig: Was hast du dich getraut, wovon dich früher niemand für fähig gehalten hätte? War es auch ein Vortrag, Karaoke singen, Fallschirm springen oder etwas völlig anderes? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

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