Mein Spendenrun 2025
Wie aus „nebenbei“ ganze 328,15 Euro für den guten Zweck wurden.
2025 habe ich mir ein kleines, aber wirkungsvolles Experiment vorgenommen um letztendlich mehr Geld zu verdienen oder zu sparen: Meinen ganz persönlichen Spendenrun. Die Idee dahinter war einfach: Alles Geld, das nicht aus meiner regulären Arbeit stammt oder das ich unerwartet gespart habe, wurde in einer Excel-Liste festgehalten. Von jeder dieser Einnahmen oder Ersparnisse werden 10 % gespendet.
Win für mich, win für Bedürftige. Aber auch Achtsamkeit, Dankbarkeit und jede Menge Kreativität.
Am Ende des Jahres standen dort 328,15 Euro Spendensumme und damit insgesamt 3.281,50 Euro mehr verdient oder unerwartet gespart. Geld, das ich im Alltag vermutlich liegen gelassen hätte. Aufgrund von diesem Experiment habe ich es aber mitgenommen.
In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, woher dieses Geld kam, was mir dabei geholfen hat, mehr Geld zur Verfügung zu haben und warum genau dieses Prinzip mich so begeistert hat.
Zinsen
Zinsen sind so unspektakulär, dass man sie leicht vergisst. Ein paar Euro hier, ein paar Cent dort. Wenn man es nicht aufschreibt, sind diese Beträge so lächerlich, dass wir sie gar nicht merken. Aber genau deshalb waren sie perfekt für meinen Spendenrun. Geld, das ich nicht aktiv erarbeitet habe, sondern das einfach durch Geduld und ein bisschen Struktur entstanden ist.
Die Zinsen in meiner Excel-Liste waren für mich ein schönes Symbol:
Auch kleine finanzielle Entscheidungen zahlen sich langfristig aus – im wahrsten Sinne des Wortes.
Rewe-Bonus-Guthaben
Ich kaufe sowieso ein. Der Rewe-Bonus hat mir gezeigt, dass sich Alltagsentscheidungen summieren. Das angesammelte Guthaben fühlte sich wie „geschenktes Geld“ an. Genau so habe ich es behandelt. Statt es einfach kommentarlos auszugeben, habe ich es notiert, einen Teil davon gespendet und mich gefreut, dass selbst der Wocheneinkauf einen kleinen Beitrag leisten kann. Meine Daten werden eh gesammelt, dann kann ich doch auch den kleinen Benefit mitnehmen.

Verminderte Grundsteuer
Die Grundsteuerreform war für viele ein Reizthema. Für mich wurde sie überraschend zu einem kleinen positiven Aha-Moment. Durch die Neubewertung fiel meine Grundsteuer geringer aus als zuvor. Diese Ersparnis wäre leicht untergegangen. Aber weil ich meinen Spendenrun hatte, habe ich sie bewusst wahrgenommen und einen Teil davon weitergegeben.
Trinkgeld & Dankeschön für ein kostenloses Fotoshooting
Ich habe ein Fotoshooting kostenlos angeboten. Einfach, weil ich Lust darauf hatte. Was ich dafür bekommen habe, war ein freiwilliges Dankeschön. Dieses Geld war für mich ein ganz besonderer Posten: Es stand für Wertschätzung, Vertrauen und Begegnung auf Augenhöhe. Einen Teil davon zu spenden fühlte sich genau richtig an.
BlablaCar
Mitfahrer über BlablaCar mitzunehmen ist für mich mehr als nur Kosten teilen. Es bedeutet Gespräche, neue Perspektiven und oft überraschend schöne Begegnungen. Mehr dazu kannst du in einem eigenen Blogbeitrag dazu lesen. Diesen findest du hier.
Die Einnahmen daraus habe ich nicht als „richtiges Einkommen“ gesehen sondern als Bonus fürs Teilen. Und genau deshalb passten sie perfekt in meinen Spendenrun. Gefahren wäre ich die jeweilige Strecke ja sowieso.
WLAN-Kostenbeteiligung
Ein Nachbar beteiligt sich freiwillig an meinen WLAN-Kosten – obwohl er es definitiv nicht müsste. Ich zahle mein WLAN sowieso, ob da jetzt jemand weiteres mit ins Internet geht oder nicht, ist mir völlig egal. Die Geschwindigkeit oder Qualität der Verbindung ändert sich dadurch nicht, also kann ich auch einfach teilen.
Für mich war klar: Wenn jemand so selbstverständlich fair ist, dann möchte ich diese Haltung weitertragen. Auch hier ging ein Teil direkt in den Spendentopf.
Ehrenamtspauschale als Wahlhelferin
Als Wahlhelferin tätig zu sein, ist für mich ein Ehrenamt und eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie. Die Ehrenamtspauschale habe ich deshalb nicht als „verdientes Geld“ empfunden, sondern als Geschenk. Einen Teil davon weiterzugeben fühlte sich stimmig an. Fast wie: Ich bekomme etwas – also gebe ich auch etwas zurück.
Prämie für eine Studienteilnahme
Ein Fragebogen, ein bisschen Zeit und plötzlich landet Geld auf dem Konto. Diese Prämie war unerwartet, unkompliziert und genau deshalb ein perfekter Kandidat für meinen Spendenrun. Hätte ich den Spendenrun nicht gestartet, hätte ich aber definitiv nicht an der Studie teilgenommen.
Sie hat mir gezeigt: Manchmal entsteht Geld einfach dadurch, dass man Ja sagt.
Kunden werben Kunden
Wenn ich einen Service oder ein Produkt echt feiere, empfehle ich es gerne weiter. Mein Konto ist so etwas, ich bin vor einigen Jahren gewechselt um die Kontoführungsgebühren bei meiner alten Bank zu sparen. Seitdem bin ich schwer begeistert von meiner neuen Bank und habe sie an mehrere Freunde empfohlen, die aktiv danach gefragt haben. Aber wegen dem Spendenrun hab ich natürlich einen „Werbe deine Freunde“-Link verwendet und den Bonus direkt in die Spenden-Excel eingetragen.
Ein kleiner Gewinn bei Aktion Mensch
Gewinnen ist Glückssache. Und genau deshalb wollte ich dieses Geld nicht einfach behalten. Ein Teil davon floss also wieder in den guten Zweck.
Eingelöste Payback-Punkte
Payback-Punkte sind das beste Beispiel dafür, wie unterschätzt Kleinigkeiten sind. Über Monate gesammelt, irgendwann eingelöst und plötzlich ist da ein Betrag, der sich sehen lassen kann. Wie auch bei Rewe, meine Daten sind mir egal und werden eh auf die eine oder andere Weise getrackt. Also nehm ich auch hier den Bonus mit. Witzigerweise hab ich durch den Spendenrun im Hinterkopf viel häufiger als üblich daran gedacht, die Bonus-Punkte in der App zu aktivieren bevor ich etwas kaufe. Ich hab durch das Bonus-Punkte aktivieren auch erstmals erfahren, dass ein Unternehmen an Payback teilnimmt, bei dem ich eh schon ewig Kunde bin. Alleine dadurch hab ich Punkte und Extrapunkte im Wert von 27 Euro bekommen. Kleinvieh macht auch Mist.
Sonstiges
Mir sind auch einige weitere seltsame Dinge passiert, die sonst nicht vorkommen. Ein Hotel hat mir einen Gutschein dafür gegeben, dass ich bei 3 Nächten Aufenthalt auf Roomservice verzichte. Am Pfandautomat hat jemand neben mir den Pfandbon in eine Spendenbox werfen wollen, da war aber keine. und er hat ihn dann mir gegeben. Ich wollte eine neue Jacke kaufen, an der Kasse wurde mir gesagt, heute ist 20% auf alles. Ich wurde als Zeugin zu einer Gerichtsverhandlung geladen, dafür habe ich Zeugenentschädigung erhalten. Lauter Dinge, die normalerweise nicht passieren und trotzdem in die Spendensumme eingeflossen sind.
Kreativität entsteht, wenn es um einen guten Zweck geht
Das Spannendste an diesem Spendenrun war nicht die Summe, sondern das, was er mit mir gemacht hat.
Ich habe plötzlich anders hingeschaut:
- Wo spare ich gerade Geld?
- Wo kommt unerwartet etwas rein?
- Was hätte ich früher gar nicht wahrgenommen?
Weil ich wusste, dass ein Teil für einen guten Zweck bestimmt ist, wurde ich automatisch kreativer, aufmerksamer und dankbarer.
Geld bekam eine neue Bedeutung. Ein Mittel mehr Positives zu bewirken. Klar, auch die 90% die ich behalten habe sind super. Trotzdem freue ich mich über die zusätzliche Spendensumme fast mehr.
2026 mache ich weiter
Eines ist sicher: 2026 wird es wieder einen Spendenrun geben. Die Excel-Tabelle hat jetzt 2 Blätter: 2025 und 2026. Es ist alles schon eingerichtet. Ich freue mich jetzt schon auf meine eigene Kreativität, meinen Einfallsreichtum und darauf, neue Wege zu finden, die Spendensumme deutlich zu erhöhen. Die 328,15 Euro sind ja nett. Das kann es aber noch nicht gewesen sein. 2026 geht da noch mehr
Wenn aus „nebenbei“ 328,15 Euro werden können – was ist dann erst möglich, wenn man es wirklich fokussiert?
Wie ich am Ende gespendet habe
Irgendwann kommt bei jedem guten Projekt der Moment der Entscheidung: Was passiert jetzt konkret mit dem Geld?
Mir war klar: Ich möchte nicht einfach „irgendwohin überweisen“. Ich wollte, dass dieses Geld direkt entlastet, konkret hilft und dort ankommt, wo es im Alltag wirklich etwas verändert.
Hilfe für Menschen, die unerwartet in Not geraten sind
Manchmal rutschen Menschen völlig unverschuldet in finanzielle Engpässe. Krankheit, Trennung, Jobverlust oder einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände und plötzlich reicht das Geld nicht mehr.
Was mir dabei immer wieder auffällt: Tiere werden dabei nie weniger wichtig. Sie sind im Gegenteil oft der Halt, der bleibt. Und genau das macht es für Betroffene so schwer, wenn das Geld knapp wird.
Deshalb habe ich mich entschieden, einzelnen Menschen Tierfutter zukommen zu lassen. Wenn das Tier gut versorgt ist, entlastet das die Haushaltskasse und der Mensch hat mehr Luft, sich um sich selbst zu kümmern.
Bestellt habe ich das Tierfutter ganz bewusst bei Fressnapf. Warum? Weil es praktisch war und weil ich dabei direkt wieder Payback-Punkte gesammelt habe. Selbst beim Spenden entsteht so schon wieder Potenzial für den nächsten Spendenrun.
Geben und Nehmen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Wenn man beides verbindet, entsteht ein nachhaltiger Kreislauf.
Geldspende ans Tierheim
Neben der gezielten Unterstützung einzelner Menschen ging ein weiterer Teil der Summe als Geldspende an ein Tierheim. Tierheime leisten tagtäglich unglaublich viel. Leider sind sie oft am Limit, oft arbeiten sie über ihre Kapazitäten hinaus. Mir war wichtig, auch dort zu unterstützen, wo Hilfe nicht immer ein Gesicht hat, aber langfristig Wirkung zeigt. Futter, Tierarztkosten, Pflege, Vermittlung: All das kostet Geld. Und genau dafür war diese Spende gedacht.
Summe zu klein…
Am Ende war das gesamte Budget von 328,15 Euro aufgebraucht. Ausgegeben für
- Entlastung und Sicherheit
- gut versorgte Tiere
- ein kleines Stück mehr Luft zum Atmen für Menschen, die sie dringend brauchten
Und damit hätte diese Geschichte eigentlich enden können.
Leider hat es mir auch gezeigt, dass die Summe viel zu gering ist. Ich muss 2026 sehr viel mehr Gas geben um Ende des Jahres sehr viel mehr Spenden zu können. Ich hätte gerne auch speziell feministische Projekte unterstützt oder Obdachlosenhilfe oder Menschen und Tiere in anderen Ländern. Manchmal gibt es aber auch unerwartet Hilfe, die Story ist noch nicht zu Ende:
Ein völlig unerwarteter Spendenbooster
Auf der Weihnachtsfeier meiner Firma kam es dann zu etwas, womit ich absolut nicht gerechnet hatte.
Wir haben Bilder versteigert, die im Rahmen eines Montagsmaler-Spiels bei einer früheren Feier entstanden waren. Der Erlös der Versteigerung sollte an Zahnärzte ohne Grenzen gehen.
Damals hatte ich das große Los gezogen: Ich sollte eine Meerjungfrau malen. Und das so, dass es meine Hälfte der Kollegen sie möglichst schnell erkennen. Und dann natürlich noch besser als meine Konkurrenz, die für die andere Hälfte der Kollegschaft auch versucht hat, eine Meerjungfrau zu malen.
Kunst ist… sagen wir… interpretationsfähig. Mein Werk war entsprechend speziell. Entschuldigt das schlechte Foto, aber mal ehrlich, das ist doch irgendwann Millionen wert, oder? 😄

Bei der Versteigerung habe ich mein Bild mit einem kleinen Extra versehen: Ein Fotoshooting obendrauf.
Das Ergebnis: Mein Kunstwerk ging für 150 Euro über den Tisch und war damit das teuerste Werk der Versteigerung 😎
Eine weitere Kollegin wollte eigentlich 160 Euro bieten, war aber einen Tick zu langsam. Die Kolleginnen, die die Versteigerung organisiert haben, haben das mitbekommen. Direkt wurde ich gefragt, ob ich ein weiteres Shooting spenden würde, damit man die zu langsam gewesene Kollegin auch ohne mein wundervolles Kunstwerk zu einer Spende bewegen kann. Kurzer Moment, kurzer Gedanke, schnelle Entscheidung:
Für 160 Euro gibt es ein weiteres Fotoshooting. Ohne mein außergewöhnliches, einzigartiges Kunstwerk.
310 Euro zusätzlich
Plötzlich standen 310 Euro zusätzliche Spendengelder im Raum, die ich quasi verursacht habe. Geld, das ich nie geplant hatte. Geld, das aus Humor, Spontanität und Kreativität entstanden ist (Danke an dieser Stelle für die tolle Idee der Versteigerung meiner Kolleginnen).
Damit habe ich meine ursprüngliche Jahres-Spendensumme so gut wie verdoppelt.
Aus 328,15 Euro wurden somit 638,15 Euro für gute Zwecke.
Was ich daraus gelernt habe
Spenden beginnt beim Denken in Möglichkeiten.
Ich habe nichts „abgegeben“. Ich habe kombiniert, weitergedacht, spontan gehandelt. Dadurch ist mehr entstanden, als ich geplant hatte.
Dadurch ist aber die Messlatte für 2026 sehr hoch. Ich bin gespannt, ob ich genug Ideen habe, Zufälle und Chancen zu nutzen, um diese Summe zu überbieten.

Und jetzt bist du dran
Ich möchte ich diese Geschichte nicht mit einer Zahl beenden, sondern mit einer Frage an dich:
Wo hast du in diesem Jahr gespendet – mit Geld, Zeit, Aufmerksamkeit oder Herz?
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, dir kurz bewusst zu machen, welchen Unterschied du gemacht hast. Ich danke dir dafür ❤️
