Was du durch Fotografieren über dich selbst lernst
Es gibt diese Momente bei einem Shooting, die ich über alles liebe.
Du kennst ihn vielleicht noch nicht. Meistens passieren sie dann, wenn die Models nicht mehr darauf Acht geben was sie tun. Die Schultern sinken. Das aufgesetzte Lächeln verschwindet. Der Blick wird weicher. Und plötzlich ist da kein Model mehr, sondern jemand, der fotografiert wird. Du bist einfach du.
Aber fangen wir von vorne an. Denn eigentlich geht es heute darum, was Fotografieren uns über uns selbst beibringt. Und das fängt, zumindest bei mir, mit einem Zebra an.
Das Zebra, das alles verändert hat
Ich liebe Zebras. Leidenschaftlich, bedingungslos, ein bisschen irrational.
Wer meinen Artikel über meinen Lieblingstierpark kennt, weiß das bereits. (Wer ihn noch nicht kennt: hier nachlesen)

Im Tierpark gibt es diese Besonderheit, dass man Zebras streicheln darf. Ich stehe dann da, Kamera in der Hand, ein Zebra neben mir, Freunde um mich herum und ich merke: Das hier ist es. Das bin ich. Kein Rauschen im Kopf, keine To-Do-Liste, keine Ablenkung. Nur dieser Moment.
Und das ist das Erste, was mir die Fotografie über mich beigebracht hat: Ich brauche nicht viel. Aber das, was ich brauche, muss echt sein.
Tiere. Eine Kamera. Menschen, bei denen ich ich sein darf.
Klingt simpel? Ist es auch. Und trotzdem hat es Jahre gedauert, das so klar zu sehen.
Wir wissen leider nicht immer, was wir brauchen, was uns gut tut und was für uns in diesem Moment am Besten wäre. Und selbst wenn wir es wüssten, haben wir nicht immer die Möglichkeit auch jetzt sofort danach zu handeln. Aber die Erkenntnis darüber hat mich schon einen Schritt weiter zum Glück gebracht.
Ich bin geduldig. Meistens jedenfalls.
Fotografieren hat mir etwas gezeigt, das ich so nie formuliert hätte: Ich kann geduldig sein. Warten bis das Licht stimmt, bis das Tier den Kopf dreht, bis der Mensch vor mir aufhört, eine Rolle zu spielen.
Und dann, wenn das Ergebnis nicht so wird, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist wie wieder da: Die Ungeduld. Das innere Grummeln. Die leise Frustration.
Was mich das lehrt? Meine Geduld gilt dem Prozess. Aber beim Ergebnis bin ich ehrlich gesagt ziemlich anspruchsvoll.
Das hat direkt mit meinem Perfektionismus zu tun. Ich bin perfektionistisch veranlagt. Das weiß ich, das zeigt mir meine Kamera regelmäßig. Nicht jedes Bild wird, wie ich es will. Mit der Zeit habe ich gelernt: Das ist keine Niederlage. Das ist das Handwerk. Das ist das Leben. Und wie steht es so schön auf einem meiner Lieblingshoddies:
Life is like a camera.
Focus on what’s important, capture the good times, develop from the negatives, and if things don’t work out, take another shot 📸
Ich bin nicht perfekt. Du bist nicht perfekt. Niemand ist das.
Aber der Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem wirklich guten Bild? Den sieht man. Den spürt man. Und dafür lohnt es sich, den Anspruch hoch zu halten.
Was Augen verraten
Ich fotografiere seit Jahren am liebsten Augen. Bei Tieren. Bei Menschen. Immer wieder, fast wie ein Reflex. Irgendwann ist mir das beim Bilder sortieren besonders aufgefallen.
Augen lügen nicht.
Ein Lächeln kann man aufsetzen. Eine Haltung einstudieren. Einen Blick nicht. In Augen steckt alles: Freude, Erschöpfung, Neugierde, Zweifel, Wärme. Der ganze Mensch auf einmal, in einem einzigen Moment.
Und vielleicht sagt das auch etwas über mich als Fotografin: Ich suche das Echte. Das Ungestellte. Den Moment, der bleibt, wenn jemand aufgehört hat, eine Rolle zu spielen. Auch im Leben ist mir Ehrlichkeit und Wahrheit sehr wichtig. Beides erkennt man an Augen sehr gut. Ist dir schon mal aufgefallen, was für unschuldige Augen ein Reh hat?

Warum ich ungern inszeniere
Ich plane alles im Leben. Meine Finanzen, meine Zeit, meine Ziele. Nur meine Bilder nicht. Das ist einfach nicht mein Ding.
Bei Shootings merken das meine Kunden recht schnell. Ich komme ohne endlose Regieanweisungen, ohne Posen-Liste, ohne „Stell dich bitte mal so hin und dann so„. Stattdessen: Ich komme, ich bin da, ich bin locker. Wir reden. Wir lachen vielleicht. Und irgendwann vergisst du, dass da jemand mit einer Kamera steht.
Genau dann drücke ich ab.
Die besten Bilder entstehen nicht, wenn jemand posiert. Sie entstehen, wenn jemand aufhört zu faken.
Das ist der Moment, den ich festhalte. Und hinterher kannst du erkennen: Ja, genau so bin ich. Genau so wollte ich aussehen. Genau das ist es.
Begeisterung und Bestätigung gleichzeitig, das ist das Gefühl, das meine Kunden beim Anschauen ihrer Bilder haben sollen. Du sollst dich wiedererkennen und nicht hinter 50 Schichten Photoshop unkenntlich werden. Du sollst echt sein und keine 20 Insta-Filter über dich ergehen lassen müssen um halbwegs einer Norm zu entsprechen. Du sollst erkennen, das du du bist und das das völlig genug ist. So wie du bist, wie du aussiehst, wie du dich bewegst, alles gut so. Und meistens ist es genau das, was passiert.
Was ich dir mitgeben will
Jedes TUN hat mit Persönlichkeit zu tun. Wer das bezweifelt, hat noch nie wirklich etwas von Herzen getan.
Die Kamera hat mir gezeigt, dass ich geduldig sein kann und wann ich es nicht bin. Dass ich das Echte suche in Augen, in Momenten, in Menschen. Dass ich spontan lebe und genau deshalb Bilder mache, die sich nicht anfühlen wie bloß irgendwelche Bilder, sondern wie Erinnerungen.
Und sie hat mir gezeigt, was mich glücklich macht.
Ich habe durch die Fotografie ein Zuhause für mein Herz gefunden. Einen Ort, an dem ich ruhig werde, auch wenn der Rest des Tages laut war. Einen Ort, an dem ich sehe, was andere übersehen und was ich ohne meine Kamera in der Hand auch leider oft übersehe.
Wenn du genau das für dein Event, dein Business oder dein Leben willst: Bilder, die nicht gestellt wirken, sondern wahr, dann weißt du jetzt, wo du dich melden kannst und wer da hinter der Kamera steht.
Hier kannst du dein Shooting mit mir anfragen
Ich bin neugierig: Was verraten deine Lieblings-Tätigkeiten über dich? Schreib es mir gerne in die Kommentare.
